Hygiene

Je geringer die Immunabwehr, desto dringender die angemessene Hygiene

Ziele

Was bedeutet Hygiene?

Im medizinischen Sinn bedeutet Hygiene die gezielte Reduktion und Bekämpfung bestimmter Krankheitserreger, wie Bakterien, Pilze und Viren. Diese können in einer Krankenhausumgebung großen Schaden anrichten, insbesondere dann, wenn sie gegen Medikamente, wie etwa Antibiotika, resistent (widerstandsfähig) werden. Die Situation zu Hause ist jedoch eine völlig andere als im Spital.
 

Doch wie strikt muss man mit der Hygiene sein?

Je geringer die Immunabwehr ist, desto strikter die Einhaltung von Hygiene. Extreme Maßnahmen sind aber, wie so oft, auch hier nicht sinnvoll: Hygienemaßnahmen sind ein gutes Mittel, um das Infektionsrisiko zu reduzieren, sie können es aber auch nicht vollständig eliminieren. Dies ist meist auch nicht erforderlich, da selbst ein geschwächtes Immunsystem häufig noch eine gewisse Leistungsfähigkeit hat.

Krebspatienten mit intaktem Immunsystem

Patienten, die mit intaktem Immunsystem aus dem Krankenhaus in die eigenen vier Wände kommen, müssen keine besonderen Hygieneregeln beachten. Die Verwendung von Desinfektionsmitteln für Küche und Nassräume ist nicht erforderlich.

Hilfreiche Hygienemaßnahmen

Die wichtigste Hygienemaßnahme zu Hause ist gründliches Händewaschen, insbesondere vor dem Zubereiten von Speisen und nach der Benutzung der Toilette.

Wenn man nach Hause kommt, sollte man sich die Hände waschen und sie anschließend mit einem sauberen Handtuch abtrocknen.

Gutes Putzen ist ebenfalls wichtig: Geschirrschwämme und Putztücher sowie Handtücher für Küche und Bad regelmäßig wechseln und bei mindestens 60° Celsius waschen!

Küchengeräte, die mit Eiern, rohem Fleisch, rohem Fisch, aber auch Obst und Gemüse in Kontakt gekommen sind, mit möglichst heißem Wasser und Spülmittel gründlich reinigen und danach sorgfältig abtrocknen.

Für Angehörige von Krebspatienten ist eine Grippeschutzimpfung empfohlen.

Krebspatienten mit einem geschwächtem Immunsystem

Wenn ein Krebspatient aufgrund seiner Situation (z.B. ein Mangel an weißen Blutkörperchen) ein erhöhtes Infektionsrisiko aufweist, sind besondere Hygieneregeln erforderlich.

  1. Es gibt einige „Hotspots“, die Patienten mit erhöhtem Infektionsrisiko meiden sollten, z.B. Einkaufswagen im Supermarkt, Kontakt mit Kleinkindern und Kontakt mit Personen, die an grippalen Infekten oder an Durchfall erkrankt sind.
  2. Gründliches Händewaschen und –desinfizieren ist für den Patienten und die im Haushalt lebenden Personen notwendig.
  3. Vermeiden Sie unbedingt Schimmelbildung in Ihren eigenen vier Wänden! Die dadurch entstehenden Keime können abwehrgeschwächten Patienten schaden. Tipp: Besser regelmäßiges Stoßlüften als die Fenster dauerhaft zu kippen.
  4. Während der Phase der Immunschwäche Menschenansammlungen meiden.
  5. Andere Maßnahmen sollten abhängig von Ihrer Immunsuppression mit Ihrem behandelnden Arzt besprochen werden.

Hier finden Sie Hilfe

Österreichische Krebshilfe:

Beratung per Telefon −
Kostenlose Krebshotline: 0800/699 900
(Mo – Do: 09:00 – 13:00 Uhr)

Hier finden Sie weitere Informationen

Deutsche Krebshilfe:

„Krebstherapie und Infektionsrisiko“
www.krebsinformationsdienst.de
(dort finden sich auch weiterführende Links zum Thema „Hygiene bei Krebserkrankungen“)

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