Urlaub & Reisen

Wer als Krebspatient sicher reisen will, muss sich erst diesen Fragen stellen

Ziele

Erst checken, dann abschalten!

Grundsätzlich steht in vielen Fällen einer Urlaubreise auch für Krebspatienten nichts im Wege. Allerdings stellen sich dabei einige Fragen, die im Folgenden beantwortet werden sollen. Im Zweifelsfall sollte immer der behandelnde Hämatologe/Onkologe als erster Ansprechpartner befragt werden.

Tipp: Stellen Sie sich für das Arztgespräch eine Frageliste zusammen!

Fahr(un)tüchtig in der Therapie?

Das hängt von Ihrem körperlichen und psychischen Zustand ab. Wichtig sind auch die eingenommenen Medikamente. Unter anderem können starke Schmerzmittel oder Mittel gegen Übelkeit („Antiemetika“) die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen. Im Zweifelsfall muss auch hier mit dem behandelnden Arzt Rücksprache gehalten werden. Der Patient trägt eine Eigenverantwortung bzgl. der Inbetriebnahme eines Kfz/Fahrrades oder sonstigen Fahrzeugen. Zu beachten ist auch: Wer nicht Auto fahren kann/darf, kann/darf auch nicht Rad fahren und auch keine sonstigen Fahrzeuge lenken!

Urlaub im Krankenstand?

Bitte fragen Sie unbedingt bei Ihrer Krankenkasse nach und informieren Sie sich vor Antritt der geplanten Urlaubsreise.

Darf ich (Fern-) Reisen unternehmen?

Bei längerem Sitzen (egal ob im Auto, als Fahrer oder Beifahrer, im Zug oder im Flugzeug) steigt das Thromboserisiko. Dieses kann bei Krebspatienten unter Umständen durch die Krankheit oder die Therapie erhöht sein. Hier muss mit dem behandelten Arzt geklärt werden, ob gerinnungshemmende Mittel verabreicht werden müssen und sollen, und wenn ja, welche. Sorgen Sie dafür, dass Sie all jene Medikamente, die Sie während des Urlaubs weiter einnehmen müssen, in ausreichender Menge mitnehmen und entsprechend der Gebrauchsinformation lagern.

Wenn Sie starke Schmerzmittel oder Suchtmittel (z. B. Morphine) einnehmen müssen, ist es nützlich, sich bei Auslandsreisen dafür die notwendigen Arztbestätigungen und/oder Einfuhrdokumente vom Amtsarzt ausstellen zu lassen. Bitte vergewissern Sie sich, dass die Verfügbarkeit der für Sie wichtigen Medikamente im Zielland sichergestellt ist. Sollten Sie mit Studienpräparaten therapiert werden, wenden Sie sich vorab unbedingt an Ihren behandelnden Arzt.

Bei Fernreisen sollte ebenfalls Rücksprache mit dem Arzt gehalten werden. Er kann Ihnen sagen, in welchen Zielgebieten eine erhöhte Gesundheitsgefährdung besteht und ob eine entsprechende medizinische Versorgung für einen Notfall vorhanden ist. Ihr Arzt kann Ihnen auch sagen, ob Sie flugtauglich sind. Bitte vergessen Sie in südlichen Ländern nicht auf ausreichenden Sonnenschutz und bleiben Sie nicht zu lange in der Sonne.

Bitte klären Sie die notwendigen Impfungen vorab mit dem Arzt ab und ob diese mit Ihrer Erkrankung und den Medikamenten verträglich und wirksam sind. Inwieweit eine Impfung sinnvoll ist, besprechen Sie bitte mit Ihrem Hämatologen/Onkologen.

Wichtig: Verzichten Sie nicht auf eine Rückholversicherung!

Hier finden Sie Hilfe

Bitte sprechen Sie direkt mit Ihrem behandelnden Hämatologen/Onkologen über Ihre geplante Reise.

Hier finden Sie weitere Informationen

Deutsche Krebshilfe:

www.krebsgesellschaft.de

Hygiene

So schonen Sie Ihr geschwächtes Immunsystem

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Bewegung

Machen Sie sich fit gegen Krebs

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Ernährung

Gesund essen für den Therapieerfolg

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Referenzen

  • Michaelis U, Beckenbodentraining für Männer: Harninkontinenz und Erektionsstörungen mindern und überwinden. 2011: Elsevier Health Sciences Germany. ISBN 9783437596193
  • Chughtai B et al.: Conservative treatment for postprostatectomy incontinence. Rev Urol 2013;15(2):61 – 66.
  • Chang JI et al.: Preoperative Pelvic Floor Muscle Exercise and Postprostatectomy Incontinence: A Systematic Review and Meta-analysis. Eur Urol 2016;69(3):460 – 467. doi:10.1016/j.eururo.2015.11.004
  • Dorey G et al.: Pelvic floor exercises for erectile dysfunction. BJU Int 2005;96(4):595 – 597. doi:10.1111/j.1464 – 410X.2005.05690.x
  • Goode PS et al.: Behavioral therapy with or without biofeedback and pelvic floor electrical stimulation for persistent postprostatectomy incontinence: a randomized controlled trial. JAMA 2011;305(2):151 – 159. doi:10.1001/jama.2010.1972
  • Fotocredit © Bildagentur Zolles KG/Christian Hofer